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BBY – Best Buy Co – Quantitative Erstanalyse

Inhaltsverzeichnis

Im Vorfeld zu dieser Erstanalyse sollte die qualitiative Erstanalyse gelesen werden. Hier der LINK

Zum Chartverlauf

Zum Langfristchart

Phase 1: Bodenbildung & Turnaround (2013–2016)
Der Chart beginnt bei ~$20–25 in 2013, in einer Phase extremer Skepsis gegenüber Best Buy. Amazon schien BBY schlicht überflüssig zu machen — CompUSA und Circuit City waren bereits bankrott. Neuer CEO Hubert Joly trat 2012 an und startete die „Renew Blue“-Strategie: Kostensenkung, Preisanpassung an Amazon, und das entscheidende Modell der Herstellershops im Laden (Samsung, Apple, Microsoft). Das funktionierte — die Aktie verdoppelte sich bis 2016 auf ~$40, trotz weiterhin schrumpfendem US-Elektronikhändlermarkt.

Phase 2: Starker Aufwärtstrend (2017–2021, Peak ~$130)
Der Anstieg von ~$40 auf $130 in vier Jahren hatte mehrere Treiber: Erstens profitierte BBY massiv von der Geek-Squad-Expansion und den neuen Service-Revenues, die höhere Margen als Produktverkäufe brachten. Zweitens trieb der Steuerreform-Effekt (2017/18, niedrigere Körperschaftssteuer) die EPS und damit Bewertungen. Drittens explodierte die COVID-Nachfrage (2020/21) — Homeoffice, Homeschooling, Gaming — und BBY als einer der wenigen „essential retailers“ profitierte massiv. Der Peak bei ~$130 in 2021 war eindeutig COVID-getrieben und überhitzt: Das Umsatzniveau war nicht nachhaltig.

Phase 3: Starker Rückgang (2022–2025, Tief ~$55)
Der Absturz von $130 auf ~$55 (−58%) erklärt sich durch vier gleichzeitige Gegenwindfaktoren: Normalisierung der COVID-Nachfrage (Geräte wurden nicht mehr neu gekauft, da bereits vorhanden), steigende Zinsen (Bewertungs-Multiple-Kompression, Konsumentenkredit teurer), Inflationsdruck auf Konsumausgaben (teure Elektronik wurde aufgeschoben), und strukturell sinkender Umsatz von $51,8 Mrd. (FY22) auf $41,5 Mrd. (FY25). Der SMA 200 (gelbe Linie, ~$58) wirkte als langfristiger Widerstand, den BBY erst 2025 temporär unterschritt — das klassische Zeichen eines intakten Bärensignals.

Phase 4: Bodenbildung & aktuelle Erholung (2025–2026)
Der Tiefpunkt bei ~$55 (Anfang 2025) markiert eine wichtige technische Unterstützungszone, die identisch mit dem Niveau von 2016 war — einem Langfrist-Support, der über 9 Jahre gehalten hat. Seither Erholung auf $78,53 (aktuell, 12. Juni 2026). Drei technische Punkte:

Der Kurs liegt jetzt über dem SMA 50 ($77,03) — das erste Mal seit langer Zeit ein positives Signal. Gleichzeitig noch unter dem SMA 20 ($73,81) wäre eigentlich bullisch (Kurs > SMA20 > SMA50), aber hier liegt SMA 20 unter SMA 50 — das bedeutet der kurzfristige Durchschnitt hat sich noch nicht nachhaltig über den mittelfristigen erholt. Der SMA 200 bei $58,36 liegt weit darunter — ein Zeichen, wie stark der Langfristtrend noch nach unten gerichtet war.

Wichtigste technische Erkenntnisse
Das langfristige Bild zeigt einen Wert, der sich in einer kritischen Entscheidungsphase befindet: $78,53 ist technisch interessant, weil der Kurs gerade aus einem mehrjährigen Abwärtstrend ausbricht und beginnt, die gleitenden Durchschnitte von unten zu testen. Das Hoch von 2024 bei ~$105 ist der nächste relevante Widerstand — eine Rückkehr dorthin würde eine Verdoppelung vom Tief bedeuten. Das Tief von ~$55 ist die kritische Unterstützung, die halten muss.

Zusammenfassung:
BBY hat in den letzten 12 Jahren drei komplette Zyklen durchlaufen — Turnaround, Boom, Absturz — und befindet sich aktuell möglicherweise am Anfang eines neuen Turnaround-Zyklus. Ob dieser nachhaltig ist, hängt primär davon ab, ob die neuen Plattformgeschäfte (Ads, Marketplace) die Margenerosion strukturell umkehren können — was wir in der qualitativen Analyse bereits als die zentrale Investitionsthese identifiziert haben.

Zum Kurzfristchart

Das übergeordnete Muster: Fallender Keil (Falling Wedge)
Der Chart zeigt ein klassisches Falling Wedge-Muster — zwei konvergierende Trendlinien, beide fallend, aber die untere Unterstützungslinie (blau) fällt steiler als die obere Widerstandslinie (lila). Das ist technisch ein bullisches Umkehrmuster — je enger die Konvergenz, desto stärker typischerweise der anschließende Ausbruch. Der Ausbruch nach oben erfolgte im Mai/Juni 2026 mit starkem Volumen — das ist ein klassisch valider Ausbruch aus dem Keil, der die These eines Trendwechsels stützt.

Phase 1: Aufwärtsbewegung (Juli – November 2025)
Start bei ~$67 im Juli 2025, Anstieg auf ~$86 im November 2025 — ein Plus von ~28% in vier Monaten. Treiber waren der allgemeine Marktaufschwung, erste Hoffnungen auf einen KI-PC-Upgrade-Zyklus und starke Quartalszahlen (E-Marker im September 2025 — Earnings-Termin, der positiv aufgenommen wurde). Der SMA 200 (goldene Linie) verlief in dieser Phase noch aufwärts gerichtet — technisch bullisch.

Phase 2: Starker Rückfall (November 2025 – März 2026)
Vom Hoch bei ~$86 kollabierte BBY auf ~$57 — ein Rückgang von fast 34% in vier Monaten. Dieser Absturz ist überdurchschnittlich steil für einen Large-Cap-Retailer und hatte mehrere Auslöser: Der E-Marker im Dezember 2025 markiert ein enttäuschendes Quartalsergebnis — zu diesem Zeitpunkt begann der steilste Teil des Abstiegs. BBY liegt im Consumer-Cyclical-Sektor und reagierte auf wachsende Rezessionsängste und Zollsorgen besonders empfindlich. Der SMA 50 ($64,33) und SMA 200 ($69,84) wurden unterschritten — beide Linien zeigen zu diesem Zeitpunkt abwärts gerichtete Tendenz, ein starkes Baissesignal.

Phase 3: Bodenbildung (März – April 2026)
Der Tief bei ~$55–57 — identisch mit dem Langfrist-Support, der wir bereits im Monatschart sichtbar geworden ist. Hier stabilisierte sich der Kurs, obwohl der Earnings-Termin im März (E-Marker) keine nachhaltige Rally auslöste. Das Volumen in dieser Phase war durchschnittlich — noch kein starkes Kaufsignal.

Phase 4: Ausbruch (Mai – Juni 2026)
Der eigentlich interessanteste Teil des Charts. Drei Ereignisse in schneller Folge:
Der E-Marker im Juni 2026 — aktuellste Earnings — löste eine starke Aufwärtsbewegung aus. Der Kurs brach aus dem Falling-Wedge-Muster nach oben aus, überwand den SMA 20 ($69,01) und nähert sich jetzt der oberen Trendlinie (lila) bei ~$79–80 als erstem Widerstand.
Das Volumen bestätigt den Ausbruch — der Volumenpeak in den ersten Juni-Tagen ist der höchste seit Monaten, was auf echtes institutionelles Kaufinteresse hindeutet, nicht nur technisches Short-Covering.

Gesamtfazit – Der Tageschart zeigt ein technisch konstruktives Bild: Klassischer Falling-Wedge-Ausbruch mit Volumenbestätigung, alle SMAs unter dem Kurs, Earnings als positiver Katalysator. Die entscheidende Frage der nächsten Wochen ist, ob BBY die lila Widerstandslinie bei $79–80 nachhaltig überwinden kann. Gelingt das, wäre das nächste Kursziel technisch der Bereich $85–90. Misslingt es, droht eine Rückkehr in den $70–72-Bereich als Konsolidierungszone.

Zu den technischen Daten

Bewertung — relativ günstig, aber nicht ohne Grund

P/E 14,53 — auf TTM-Basis solide für einen Retailer, aber das TTM-EPS von $5,41 enthält die Goodwill-Abschreibung (FY25). Das Forward P/E von 11,15 auf Basis EPS next Year ($7,04) ist der relevantere Wert — und der ist tatsächlich attraktiv. Zum Vergleich: S&P 500 Forward P/E liegt aktuell bei ~21x.
P/FCF 10,31 — das ist die beste Bewertungskennzahl für BBY. Free Cash Flow ist die ehrlichste Ertragsgröße für einen Händler ohne große Capex-Anforderungen. Bei einem FCF von ~$1,5 Mrd. (FY26) und Market Cap $16,55 Mrd. ergibt das eine FCF-Rendite von ~9,7% — sehr attraktiv.
P/S 0,40 — extrem niedrig, aber bei einem Niedrigmargenhändler strukturell normal. EV/EBITDA 7,12 ist fair.
P/B 5,37 — auf den ersten Blick hoch, aber das Eigenkapital ist durch aggressive Aktienrückkäufe historisch stark reduziert worden. Das P/B ist für BBY keine sinnvolle Bewertungskennzahl.

EPS-Entwicklung — der kritische Punkt
EPS past 3Y/5Y: −7,10% / −5,91% — rot markiert, und zu Recht: Das EPS ist über 3 und 5 Jahre rückläufig. Das ist die fundamentale Schwäche, die den langfristigen Kursrückgang erklärt. Die entscheidende Gegenfrage: Kann das umgekehrt werden?
EPS Y/Y TTM: +31,91% — positiv, aber mit Vorsicht zu interpretieren: Der Basiseffekt der Goodwill-Abschreibung (FY25, −$2,02 EPS-Belastung) macht diesen Anstieg optisch groß.
EPS Q/Q: +37,73% — das ist das Signal aus dem aktuellen Quartal (letztes Earnings, May 28 BMO). Das deutet auf ein echtes sequenzielles Wachstum hin, nicht nur auf Basiseffekte.
EPS next Y: $7,04 (+7,59% YoY) — Analysten erwarten also modestes, aber positives Wachstum. Das ist eine niedrige Messlatte, die BBY erfüllen müsste.
EPS next 5Y: +6,24% p.a. — angesichts der negativen Vergangenheit ist das eine optimistische Schätzung, basiert aber auf der Plattform-Transformation (Ads, Marketplace).

Dividende — attraktiv und stabil
Dividende TTM: $3,81 (4,85%) — bei einem Kurs von $78,53 ist das eine sehr attraktive Rendite für einen S&P 500-Wert. Die Dividend Est. $3,91 (4,97%) deutet auf eine leichte Erhöhung hin.
Dividend Growth 3Y/5Y: 2,58% / 11,55% — das 5-Jahres-Wachstum ist stark, das 3-Jahres-Wachstum reflektiert die schwächere Phase. Die Dividende wurde in keiner Phase der letzten 12 Jahre gekürzt.
Payout Ratio 75,40% — auf TTM-Basis (das enthält das schwache bereinigte EPS). Auf Basis des Forward EPS ($7,04): Payout Ratio = $3,91 / $7,04 = 55,5% — sehr komfortabel. Auf FCF-Basis: $1,5 Mrd. FCF vs. ~$820 Mio. Dividenden = 54,7% FCF Payout — sicher.

Kapitalstruktur — erhöhte Verschuldung beachten
Debt/Equity: 1,34 — LT Debt/Eq: 1,14 — rot markiert in Finviz, und das zu Recht. Die Verschuldung ist im Retailvergleich erhöht. Aber Kontext ist wichtig: BBY hatte historisch stets mehr Schulden als Eigenkapital (da EK durch Buybacks stark reduziert), und die Net-Cash-Position (Cash/Share $10,39 bei $78,53 Kurs = 13% des Kurswertes) dämpft das Risiko erheblich.
Quick Ratio 0,40 — niedrig, aber für einen Retailer mit schnell rotierendem Lagerbestand normal
Current Ratio 1,12 — leicht über 1, minimal verbessert gegenüber unserer FY26-Analyse (1,03x) — möglicherweise Q1 FY27-Verbesserung.

Profitabilität — strukturell niedrig, aber stabil
ROE: 39,10% — auf den ersten Blick spektakulär. Aber das ist ein mathematischer Effekt des reduzierten Eigenkapitals durch Buybacks (nur $2,8 Mrd. EK), nicht echter wirtschaftlicher Wert. Nicht als echtes Profitabilitätssignal interpretieren.
ROA: 7,88% — solider Wert, zeigt, dass BBY seine Assets effizient nutzt.
ROIC: 17,36% — das ist die sauberste Renditemaßzahl. 17% ROIC auf ein Einzelhandelsgeschäft ohne echten Kapitalgraben ist beachtlich und zeigt, dass das Geschäftsmodell trotz Margendruck Wert schafft.
Gross Margin: 22,49% — exakt im historischen Normbereich ( 22,0–22,5% in der 7-Jahres-Tabelle).
Operating Margin: 4,26% — leicht über unserem FY26-Wert (3,3% EBIT-Marge), möglicherweise Q1 FY27 schon verbessert.
Profit Margin: 2,73% — konsistent mit unserer Nettomarge-Analyse (2,4% FY26, leichte Verbesserung).

Eigentümerstruktur & Short Interest
I
nsider Own: 6,72% — solide für einen Large Cap. Insider Trans: −3,93% — leichte Netto-Verkäufe in letzter Zeit, kein Alarmsignal aber beobachtenswert.
Inst Own: 96,82% — fast vollständig institutionell gehalten. Das erklärt die teils heftigen Kursbewegungen: Wenn institutionelle Investoren umschichten, gibt es wenig Retail-Puffer. Inst Trans: −1,25% — institutionelle Investoren haben leicht reduziert. In Kombination mit dem aktuellen Kursanstieg bedeutet das: der jüngste Anstieg kam nicht von frischen institutionellen Käufen, sondern eher aus Short-Covering und Retail-Momentum.
Short Float: 9,68% / Short Interest: 19,03M Aktien / Short Ratio: 4,46 — das ist ein relevanter Short-Bestand. Bei 9,68% Short Float und einem Kursanstieg von +41% im letzten Monat ist ein erheblicher Teil davon bereits als Short-Squeeze-Dynamik aufgegangen. Aber 9,68% ist immer noch hoch genug, um bei weiteren positiven Nachrichten zusätzlichen Kaufdruck zu erzeugen (weiteres Short-Covering).

Technische Indikatoren
RSI (14): 72,96 — das ist überkauft (Schwelle: 70). Das ist das wichtigste kurzfristige Warnsignal: Nach dem +41%-Anstieg im letzten Monat ist eine technische Konsolidierung oder Korrektur wahrscheinlich, bevor der nächste Aufwärtsschub erfolgt. Ein RSI über 70 bedeutet nicht zwingend Kursrückgang, aber das Momentum der jüngsten Rally ist nicht nachhaltig in dieser Geschwindigkeit.
SMA20 +13,79% / SMA50 +22,08% / SMA200 +12,44% — Kurs liegt über allen drei gleitenden Durchschnitten, alle mit signifikantem Abstand. Das bestätigt die kurzfristige Stärke, erhöht aber gleichzeitig das Rückschlagrisiko.

Beta: 1,32 — BBY ist volatiler als der Gesamtmarkt. Bei Marktkorrektur wäre ein überproportionaler Rückgang zu erwarten.

Bei der Performance schaut es gemischt aus. Auf 5 Jahre – 31% ist schlecht. Wäre da nicht die tollen – 41% des letzten Monats, so würde es auch auf 10 Jahresbasis nicht üppig ausschauen. Somit ist das hohe Beta durchaus gerechtfertigt.

Die +41% im letzten Monat sind außergewöhnlich für einen S&P 500-Wert — getrieben durch die Mai-Earnings und das technische Ausbruchssignal. Die −31% über 5 Jahre zeigen, wie tief die Baissephase war.

Target Price: $79,00 — das Analystenkursziel liegt bei $79, der aktuelle Kurs bei $78,53. Das bedeutet: Analysten sehen praktisch kein weiteres Upside auf dem aktuellen Niveau. Das ist ein wichtiges konträres Signal zur jüngsten Kursbegeisterung.

Gesamtbewertung – BBY ist nach dem massiven Kursanstieg nicht mehr günstig, aber auch nicht teuer — Forward P/E 11x, P/FCF 10x, Dividendenrendite ~5% bei komfortabler Coverage. Das RSI von 73 und das Analystenkursziel von $79 (exakt der aktuelle Kurs) deuten auf eine notwendige Konsolidierungsphase hin. Mittelfristig bleibt die zentrale Frage dieselbe wie in der qualitativen Analyse: Gelingt die Transformation vom Händler zum Plattformgeschäft? Die aktuellen Zahlen (EPS Q/Q +37%, ROIC 17%) zeigen erste positive Signale — aber der Markt hat diese Hoffnung mit +41% im Monat bereits sehr schnell eingepreist.

Finanzkennzahlen und historische Entwicklung

Best Buy Finanzkennzahlen Dashboard

Finanzhistorie & Bilanzanalyse: Best Buy Co., Inc. (BBY)

Die folgenden Tabellen zeigen die finanzielle Entwicklung über die letzten 7 Geschäftsjahre (jeweils endend zum 31. Januar des angegebenen Folgejahres). Alle Beträge in Millionen USD, sofern nicht anders angegeben.

Tabelle 1 — Ertragskraft

Kennzahl FY20 FY21 FY22 FY23 FY24 FY25 FY26
Umsatz 43.638 47.262 51.761 46.298 43.452 41.528 41.691
Umsatzwachstum YoY +1,8% +8,3% +9,5% -10,6% -6,1% -4,4% +0,4%
Bruttogewinn 9.873 10.597 11.581 10.278 9.777 8.679 8.713
Bruttomarge 22,6% 22,4% 22,4% 22,2% 22,5% 20,9% 20,9%
EBITDA 2.821 3.230 3.908 2.713 2.497 2.603 2.391
EBITDA-Marge 6,5% 6,8% 7,6% 5,9% 5,7% 6,3% 5,7%
EBIT (Operativ) 2.012 2.392 3.018 1.834 1.579 1.287 1.376
EBIT-Marge 4,6% 5,1% 5,8% 4,0% 3,6% 3,1% 3,3%
Nettogewinn 1.541 1.798 2.454 1.417 1.242 926 1.067
Nettomarge 3,5% 3,8% 4,7% 3,1% 2,9% 2,2% 2,6%
EPS (verwässert in USD) 5,75 6,84 9,84 6,29 5,68 4,28 4,96
EPS-Wachstum YoY +10,6% +19,0% +43,9% -36,1% -9,7% -24,6% +15,9%
*Hinweis: Die starken Sprünge in FY21 und FY22 reflektieren die Sonderkonjunktur im Zuge der Pandemie (Heimarbeitsplätze, Elektronik-Nachfrageboom).

Tabelle 2 — Cash Flow & Kapitalallokation

Kennzahl FY20 FY21 FY22 FY23 FY24 FY25 FY26
Operating Cash Flow 2.567 4.893 3.321 2.274 2.081 1.850 2.050
Capex (Investitionen) 774 713 815 930 795 720 750
Free Cash Flow (FCF) 1.793 4.180 2.506 1.344 1.286 1.130 1.300
FCF-Marge 4,1% 8,8% 4,8% 2,9% 3,0% 2,7% 3,1%
Dividenden gesamt 532 588 729 794 795 802 812
Aktienrückkäufe 999 316 3.424 487 344 240 273
FCF Payout Ratio 29,7% 14,1% 29,1% 59,1% 61,8% 71,0% 62,5%
*Hinweis: Steigende FCF Payout Ratios zeigen, dass die Dividenden-Absicherung in den letzten Jahren an Priorität gewonnen hat, während Aktienrückkäufe zurückgefahren wurden.

Tabelle 3 — Bilanz & Verschuldung

Kennzahl FY20 FY21 FY22 FY23 FY24 FY25 FY26
Eigenkapital 3.232 3.905 2.923 2.793 2.960 3.010 3.120
Bruttoverschuldung 1.248 1.228 1.223 1.171 1.164 1.168 1.170
Netto-Verschuldung (976) (4.265) (1.706) (703) (240) (420) (580)
Net Debt / EBITDA -0,35x -1,32x -0,44x -0,26x -0,10x -0,16x -0,24x
Debt / Equity 0,39x 0,31x 0,42x 0,42x 0,39x 0,39x 0,38x
Current Ratio 1,04x 1,17x 1,02x 0,98x 0,99x 1,03x 1,12x
Quick Ratio 0,42x 0,55x 0,38x 0,33x 0,35x 0,39x 0,44x
*Hinweis: Negative Netto-Verschuldungen (in Klammern) bedeuten eine Netto-Cash-Position, da die liquiden Mittel die Finanzschulden übersteigen.
Best Buy Key Metrics Focus

Deep Dive: Die 3 kritischen Kennzahlen für die BBY-Aktienanalyse

Für das langfristige Monitoring der Best Buy Aktie im Rahmen deines Controlling-Modells sind diese drei Kennzahlen die wesentlichen Indikatoren für Substanz, Preismacht und Überlebensfähigkeit.

1. Bruttomarge (Gross Profit Margin)
Preismacht & Mix-Effekt
Strategische Relevanz:

Im direkten Preiskampf mit reinen Online-Händlern wie Amazon zeigt die Bruttomarge, ob Best Buy gezwungen ist, Elektronik ohne Ertrag zu verschleudern, oder ob wertstiftende Segmente greifen.

Blick auf die BBY-Zahlen:

Obwohl die Umsätze nach der Pandemie zurückgingen, blieb die Bruttomarge stabil bei über 20–22 %. Das beweist, dass margenstarke Dienstleistungen (Geek Squad, Total-Abos) und hochprofitable Werbeeinnahmen (Best Buy Ads) den Margendruck bei reiner Hardware erfolgreich kompensieren.

Controlling-Regel: Solange die Bruttomarge stabil bleibt oder leicht steigt, greift die Transformation zum Service-Ökosystem, selbst wenn die reinen Produktumsätze stagnieren.
2. Free Cash Flow & FCF Payout Ratio
Kapitalallokation & Dividende
Strategische Relevanz:

Da Best Buy in einem gesättigten Markt operiert, wird der Shareholder Value primär über Ausschüttungen generiert. Der Free Cash Flow ist das reale Fundament für Dividendensteigerungen und Aktienrückkäufe.

Blick auf die BBY-Zahlen:

Die Cash-Generierung ist dank geringer Kapitalintensität (Capex) sehr hoch. Allerdings ist die FCF Payout Ratio (Dividenden/FCF) in den letzten Jahren von ca. 30 % auf über 60–70 % gestiegen. Der Spielraum für unbegrenzte Aktienrückkäufe hat sich verringert.

Controlling-Regel: Eine FCF Payout Ratio dauerhaft über 75 % schränkt die Flexibilität ein. Das Wachstum des operativen Cash Flows muss mittelfristig wieder anziehen, um die Dividenden-Historie abzusichern.
3. Net Debt / EBITDA
Bilanzstärke & Krisenfestigkeit
Strategische Relevanz:

Der stationäre Einzelhandel hat ein hohes Fixkostenrisiko. Ein Blick auf die Historie (Circuit City) zeigt, dass Verschuldung in zyklischen Abschwüngen der größte Insolvenztreiber der Branche ist.

Blick auf die BBY-Zahlen:

Best Buy hält historisch durchgehend ein negatives Net Debt / EBITDA-Verhältnis. Das bedeutet, dass das Unternehmen eine Netto-Cash-Position besitzt (liquide Mittel > Finanzschulden). BBY agiert fundamental bankenunabhängig.

Controlling-Regel: Diese Netto-Cash-Position ist Best Buys Versicherungspolice. Sie erlaubt es dem Management, antizyklisch zu agieren, in digitale Formate zu investieren und Best Buy Health auszubauen, ohne auf Kreditmärkte angewiesen zu sein.

Zur Dividendensicherheit

Best Buy Dividendensicherheits-Analyse

Zur Dividendensicherheit von Best Buy (BBY)

Eine detaillierte Untersuchung der Substanz und Nachhaltigkeit der Ausschüttungspolitik für das Controlling-Modell deines Finanzblogs.

1. Dividendenhistorie (7-Jahres-Trend)

Best Buy agiert am Markt als verlässlicher Ausschüttertyp und wird primär von defensiven Einkommensinvestoren gehalten.

  • Kontinuierliches Wachstum: Die reguläre Quartalsdividende wurde über die letzten 7 Jahre hinweg ohne Unterbrechung gesteigert (von 2,20 $in FY20 auf geschätzte 3,76$ je Aktie in FY26).
  • Kürzungen: In der historischen Betrachtung gab es keine Kürzungen. Selbst in der ausgeprägten Post-Pandemie-Normalisierungsphase (FY23–FY25) schützte das Management den Track Record durch moderate Anhebungen.

2. Payout Ratios im Vergleich

Die Ausschüttungsquoten verdeutlichen den Übergang von der historischen Sonderkonjunktur in eine reifere Zyklusphase:

  • Dividende / EPS (GAAP): Während der Boom-Jahre (FY21/FY22) betrug die Quote komfortable 25 % bis 30 %. Durch die Normalisierung der Gewinne kletterte die gewinnbasierte Payout Ratio zuletzt auf ein erhöhtes Niveau von 75 % bis 80 %.
  • Dividende / Free Cash Flow: Als kritischste Liquiditätsmetrik pendelte sich die FCF-basierte Ausschüttungsquote in den vergangenen zwei Geschäftsjahren (FY25/FY26) stabil zwischen 62 % und 71 % ein. Das zeigt eine solide, wenn auch engere Abdeckung.

3. Stresstest & Coverage-Analyse

Simulierter Einbruch des Free Cash Flows (Ausgangsbasis: ~1.300 Mio. $FCF zu ~812 Mio.$ Dividendenschuld):

Szenario Verbleibender FCF Neue FCF Payout Einschätzung
Basis (Status Quo) ~1.300 Mio. $ 62,5% Voll gedeckt
-20% FCF-Rückgang ~1.040 Mio. $ 78,1% Gedeckt
-30% FCF-Rückgang ~910 Mio. $ 89,2% Eng gedeckt
-40% FCF-Rückgang ~780 Mio. $ 104,1% Unterdeckt

Ergebnis: Erst ab einem harten, permanenten Einbruch des operativen Cash-Zustands von über 30 % übersteigt die Dividendenschuld den laufenden freien Cashflow.

4. Verschuldung & Bonitäts-Puffer

Die größte Stärke von Best Buy liegt in der Bilanzarchitektur. Da das Unternehmen eine operative Netto-Cash-Position hält (liquide Mittel übersteigen die Bruttofinanzschulden, Net Debt / EBITDA bei ~ -0,24x), drückt BBY keine zinsbedingte Liquiditätslast. Vorübergehende operative Dürreperioden können vollständig über bestehende Cash-Reserven überbrückt werden.

5. Nachhaltigkeit von Sonderdividenden

Zusätzliche Sonderausschüttungen (Supplemental Dividends) wie im Ausnahmejahr FY22 sind auf absehbare Zeit unwahrscheinlich und nicht nachhaltig. Das Management fokussiert die Liquidität prioritär auf die Absicherung der ordentlichen Dividende sowie die Finanzierung strategischer Nischen wie Best Buy Health.

Einschätzung der Dividendensicherheit Sicher

Begründung: Trotz gestiegener Payout Ratios und einer Verlangsamung des zukünftigen Dividendenwachstums (erwartet werden lediglich 1–2 % Erhöhung p.a.) schützt die fundamentale Bankenunabhängigkeit und die Netto-Cash-Position in der Bilanz vor einem Ausfall. Best Buy verfügt über ausreichend bilanzielle Substanz, um selbst makroökonomischen Gegenwind schadlos auszugleichen.

Fazit auf Sicht von 12–24 Monaten: Die Dividende von Best Buy ist aufgrund der robusten Netto-Cash-Position in der Bilanz und einer soliden FCF-Abdeckung von über 60 % als äußerst sicher zu betrachten.

Zum Risikoprofil

Best Buy Umfassendes Risikoprofil

Umfassendes Risikoprofil: Best Buy Co., Inc. (BBY)

Strategische Risikoanalyse und Risikomatrix zur Evaluierung des operativen und bilanziellen Gefährdungspotenzials für dein Anlage-Modell.

1. Makrorisiken

Zinsumfeld & Sensitivität

Die direkte Zinssensitivität von Best Buy ist als niedrig einzustufen, da das Unternehmen eine robuste Netto-Cash-Position hält und kaum variable Finanzschulden bedienen muss. Die indirekte Zinssensitivität ist hingegen hoch: Steigende US-Hypothekenzinsen dämpfen den Immobilienmarkt und führen zu Konsumzurückhaltung bei zyklischen Großgeräten (Appliances) und Heimkino-Systemen.

Währungsrisiken

Das Wechselkursrisiko ist für den Konzern vernachlässigbar. Weit über 92 % der Erlöse stammen aus dem US-Inlandsgeschäft; internationale Aktivitäten beschränken sich fast ausschließlich auf den kanadischen Dollar (USD/CAD) und erzeugen keine wesentlichen Ergebnisschwankungen.

Konjunkturabhängigkeit

Best Buy operiert im stark zyklischen Konsumgütersegment (Consumer Discretionary). In Rezessionsphasen können Anschaffungen von Elektronikgütern von Konsumenten leicht aufgeschoben werden. Einen defensiven Anker bilden lediglich wiederkehrende Dienstleistungserlöse der Geek Squad sowie das Segment Best Buy Health.

2. Unternehmensrisiken

Konzentrationsrisiken

  • Kundenkonzentration: Keine (reines B2C-Geschäft mit Millionen Endverbrauchern).
  • Produktkonzentration: Hoch. Die Kernbereiche Computing, Mobile und Consumer Electronics machen über 70 % des Umsatzmixes aus. Ein Mangel an globalen Tech-Innovationen schlägt direkt auf die operative Dynamik durch.
  • Geografische Konzentration: Extrem hoch, da der Fokus fast vollständig auf dem nordamerikanischen Markt (primär USA) liegt.

Wettbewerbsrisiken & Disruption

Der Wettbewerbsdruck ist ein Dauerrisiko auf maximalem Niveau. Best Buy steht im permanenten Preiskampf gegen reine E-Commerce-Giganten (Amazon) sowie finanzstarke Omnichannel-Ketten (Walmart, Costco). Zudem verschärft der Ausbau des Direktvertriebs (D2C) durch Top-Hersteller wie Apple oder Samsung das Disintermediationsrisiko.

Managementrisiken

Ein moderates Risiko resultiert aus dem angekündigten CEO-Wechsel zum 1. November 2026 von Corie Barry zu Jason Bonfig. Da es sich um eine interne Nachfolgelösung handelt, ist die Wahrscheinlichkeit eines destruktiven Strategiebruchs gering, operative Reibungsverluste während der Übergangsphase sind jedoch nicht auszuschließen.

3. Regulatorische Risiken

Als Marktführer unterliegt Best Buy einer intensiven Überwachung durch die FTC (Federal Trade Commission), insbesondere bezüglich der Preisgestaltung im „Store-within-a-Store“-Konzept und der Bedingungen automatischer Abo-Verlängerungen bei Best Buy Total. Wachsende Auflagen zu Lieferkettennachweisen (ESG) und Elektronikschrott-Recycling (E-Waste) erhöhen die Compliance-Kosten kontinuierlich. Es liegen derzeit keine existenzbedrohenden Rechtsstreitigkeiten vor.

4. Bilanz- & Liquiditätsrisiken

Das Refinanzierungsrisiko ist dank der geringen Bruttoverschuldung (~1,17 Mrd. USD Senior Notes) und gestaffelter, langfristiger Fälligkeiten zu historisch niedrigen Festsätzen nahezu null. Ein Covenant-Bruch ist aufgrund der Netto-Cash-Position hochgradig unwahrscheinlich. Das Short Interest (Leerverkaufsquote) bewegt sich in einem unauffälligen, marktüblichen Rahmen von 3 % bis 7 %, was die fundamentale Solidität des Titels unterstreicht.

5. Strategische Risikomatrix

Risikofeld Eintrittswahrscheinlichkeit Auswirkung Gesamturteil
Indirekte Zinssensitivität (Konsum) Hoch Mittel Mittel-Hoch
Währungsrisiken (FX) Niedrig Niedrig Niedrig
Konjunkturzyklik Hoch Mittel Mittel-Hoch
Produkt- / Geografiekonzentration Hoch Mittel Mittel-Hoch
Wettbewerb & Disruption (Amazon etc.) Hoch Hoch Hoch
Managementwechsel (CEO 2026) Mittel Niedrig Niedrig-Mittel
Regulatorische Compliance Mittel Niedrig Niedrig
Refinanzierung & Covenants Niedrig Niedrig Niedrig
Gesamturteil: MODERATES Risikoprofil

Begründung: Best Buy unterliegt einer harten geschäftlichen Dualität. Operativ agiert das Unternehmen in einem anspruchsvollen, zyklischen Umfeld und ist permanenten Verdrängungseffekten durch Amazon ausgesetzt. Finanziell steht der Konzern durch seine durchgehende Netto-Cash-Position, die exzellente FCF-Generierung und das Fehlen drückender Zinslasten jedoch auf dem Fundament eines sicheren Blue Chips. Operative Schwankungen fängt die Bilanz problemlos auf, ohne dass existentielle Risiken für Aktionäre entstehen.

Zur Umsatzentwicklung

Zur Umsatzentwicklung auf Segmentbasis wurden aktuell ein Service Segment eingeführt, welches bis Q1 25 rückwirkend korrigiert wurde. Daher werden von mit die Quartalsdaten auch nur bis zu diesen Zeitpunkt erhoben.

Best Buy – 6 Umsatzkategorien
Best Buy (BBY) – 6 Umsatzkategorien Inland & Ausland
💻
Computer & Mobiltelefone
Desktop-PCs, Notebooks, Peripheriegeräte, Mobiltelefone inkl. Netzbetreiberprovisionen, Netzwerktechnik, Tablets, E-Reader sowie Wearables wie Smartwatches.
DesktopsNotebooksMobiltelefoneTabletsWearablesNetzwerk
📺
Unterhaltungselektronik
Digitale Bildgebung, Gesundheits- und Fitnessprodukte, Heimkino inkl. Soundbars & Fernseher, tragbare Audioprodukte sowie Smart-Home-Systeme.
DigitalkamerasHeimkinoSoundbarsKopfhörerSmart HomeFitness
🫧
Haushaltsgeräte/Appliances
Große Geräte wie Geschirrspüler, Waschmaschinen, Herde und Kühlschränke sowie kleine Geräte wie Mixer, Kaffeemaschinen, Staubsauger und Körperpflegegeräte.
KühlschränkeHerde & ÖfenWaschmaschinenKaffeemaschinenStaubsauger
🎮
Entertainment
Drohnen, Gaming (Hardware, Peripherie & Software), Filme, Spielzeug, Virtual Reality und weitere Software-Produkte.
GamingVRDrohnenFilmeSpielzeugSoftware
🔧
Services
Lieferung, Gesundheitsdienstleistungen, Installation, Mitgliedschaften, Reparatur, Einrichtung, technischer Support sowie garantiebezogene Dienstleistungen.
InstallationReparaturTech-SupportGarantieMitgliedschaftLieferung
🌿
Sonstiges
Weitere Produktangebote, darunter Baby- und Kinderartikel, Lebensmittel & Getränke sowie Outdoor- und Gartenprodukte.
BabyLebensmittelGetränkeOutdoor
BBY Segmentanalyse

Nun sieht man im Umsatz nicht gerade grosse Steigerungen. Der Domestic Anteil ist mit 92% dominierend. Ich habe demnach die Zahlen auf diesen Part fokussiert.
Erstaunt bin ich, dass der Service Anteil eigentlich keine grosse Rolle spielt. Obwohl sich hier eigentlich eine Differenzierung | Burggraben zum größten Konkurrenten (Amazon) ergibt, ist hier von einem Wachstum die letzten 9 Quartale nicht die Rede, im Gegenteil, mit 548 Mio in Q1 27 fährt man das schlechteste Umsatzergebnis ein.
Daß Computing & Mobile Phones eine so grosse Rolle spielen und rund 47% des Umsatzes einnehmen, zeigt andererseits auch die grosse Abhängigkeit von wenigen Lieferanten. (siehe auch Qualitiative Analyse zum Bruggraben und Porters 5 Wettbewerbsanalyse). 
Damit erklärt sich auch die Saisonalität des Weihnachtsquartals, in dem diese Geräte oft neu auf dem Gabentisch landen.

BBY Online-Umsatzanteil

Best Buy – Online-Umsatzanteil FY2019 bis FY2026

Domestic Segment · Anteil Online am Gesamtumsatz · Quelle: SEC 10-K Filings

Vor COVID (FY19)
21,9%
Ausgangsniveau
COVID-Peak (FY22)
~37%
Höchstwert
Aktuell (FY26)
34,4%
▲ +0,4 pp vs. FY25
Online Revenue FY26
$13,2 Mrd.
+1,3% YoY

Online-Anteil am Domestic-Umsatz in % – FY2019 bis FY2026

15% 20% 25% 30% 35% 40% Pre-COVID COVID 21,9% 24,5% 32,8% 37,0% 33,2% 32,7% 34,0% 34,4% FY19 FY20 FY21 FY22 FY23 FY24 FY25 FY26 Online-Anteil % COVID-Periode Pre-COVID-Niveau

Phase 1 – Organisch (FY19–FY20)

Stetiges Wachstum von ~22% auf ~25%. Online als ergänzender Kanal, keine strukturelle Verschiebung.

Phase 2 – COVID-Sprung (FY21–FY22)

Online-Vergleichsumsatz +144% in FY21. Peak bei ~37%. Einmaliger Schub durch Ladeneinschränkungen.

Phase 3 – Neues Plateau (FY23–FY26)

Stabilisierung bei 32–34%. BBY hat ~2/3 des COVID-Sprungs dauerhaft gehalten – weit über Pre-COVID.

Hinweis: FY = Best Buy Fiskaljahr (endet Ende Januar / Anfang Februar). FY23–FY26 direkt aus SEC 10-K bestätigt. Q1 FY27 (Mai 2026): Online-Anteil 31,7% bei $2,6 Mrd.

Wie man sieht, konnte BBY den Online Anteil im Rahmen von COVID stark steigern. Dann normalisierte er sich und liegt nun bei immerhin 34,4%. Hier scheint es aber etwas wie eine gläserne Wand zu geben. Das kann aus meiner Sicht aber auch gut sein, da Online das Gebiet von AMAZON ist, während der vor Ort Verkauf eine Domäne von BBY ist. Somit würde sich bei einem höheren Anteil die Marge verbessern, BBY wäre aber auch einem höheren Konkurrenzdruck von AMZN ausgesetzt was vielleicht dann wieder gegen die Marge gehen würde. Deshalb sind 34% vielleicht auch ein Sweet Spot für den Online Umsatzanteil.

Zu Margenentwicklung

Es gibt hier für die einzelnen Produktkategorien keine Margendarstellung. Sies ist nur auf Segmentebene Domestic vs International verfügbar. Daher im folgenden die Unterschiede und Entwicklung dieser Margen.

BBY Margenvergleich

Best Buy – Margenvergleich Domestic vs. International

Q1 FY26 → Q1 FY27 · Gross Margin, SG&A, Operating Margin

Domestic Op. Margin Q1 27
4,3%
▲ +0,3 pp vs. VJ
International Op. Margin Q1 27
0,7%
▲ +0,1 pp vs. VJ
Domestic Gross Margin
23,7%
▲ vs. 23,5%
International Gross Margin
21,5%
▼ vs. 22,0%

Margenvergleich Domestic vs. International (Q1 FY26 → Q1 FY27)

Domestic Q1 26 Domestic Q1 27 Intl. Q1 26 Intl. Q1 27 0% 5% 10% 15% 20% 25% 23,5% 23,7% 22,0% 21,5% Gross Margin 19,4% 19,1% 21,4% 20,8% Adj. SG&A % 4,0% 4,3% 0,6% 0,7% Adj. Op. Margin

Margen-Brücke Q1 FY27 – warum International so wenig verdient

0% 5% 10% 15% 20% 25% Domestic SG&A 19,1% Op. 4,3% Gross Margin 23,7% International SG&A 20,8% Op. 0,7% Gross Margin 21,5% -2,2 pp Gross +1,7 pp SG&A = -3,6 pp Op. Kernproblem International: niedrigere Gross Margin + höhere Kostenquote → Op. Margin nur 0,7% vs. 4,3%

Erkenntnisse

  • Domestic verbessert sich: Gross Margin +0,2 pp, SG&A -0,3 pp → Operating Margin steigt von 4,0% auf 4,3%. Kostendisziplin greift.
  • International stagniert: Gross Margin sinkt sogar um 0,5 pp. Leichte Verbesserung bei SG&A (-0,6 pp), aber Op. Margin bleibt bei mageren 0,7%.
  • SG&A ist der Hebel: International hat eine fast 2 pp höhere Kostenquote als Domestic – fehlende Skaleneffekte im kleineren Filialnetz.
  • Keine Kategorie-Margen verfügbar: BBY legt keine Margen pro Produktkategorie offen. Nur Domestic vs. International ist vergleichbar.

Zum Income Statement (2024 - 2026)

BBY Finanzanalyse FY22–FY26
Finanzanalyse

Best Buy FY22 – FY26

Konzernzahlen, Segmente & Profitabilität
Angaben in Mio. $, sofern nicht anders vermerkt
Erstellt: Juni 2026
Umsatz FY26
41.691
CAGR: -5,3% (seit FY22)
Net Earnings FY26
1.069
CAGR: -18,8% (seit FY22)
Op. Marge FY26
3,3%
leichte Erholung ggü. FY25
Bruttomarge FY26
22,5%
stabil seit FY22

Umsatzentwicklung — anhaltender Schrumpfungstrend

Der Gesamtumsatz ist von 51,76 Mrd. $ (FY22) auf 41,69 Mrd. $ (FY26) gefallen — ein Rückgang von fast 10 Mrd. $ bzw. einem CAGR von -5,3%. Bemerkenswert: FY26 zeigt mit +0,4% YoY die erste, wenn auch minimale, Stabilisierung nach vier Jahren Rückgang.

Domestic (USA) macht ca. 92% des Umsatzes aus und folgt dem Gesamttrend (-5,4% CAGR). International ist mit nur ca. 8% Anteil klein, schrumpft aber ähnlich stark (-3,5% CAGR).

Segmentanalyse — strukturelle Verschiebung

Im Domestic-Segment zeigt sich ein klares Muster: Hardware-Kategorien schrumpfen deutlich, während Services als einzige Kategorie wächst.

Computing & Mobile Phones
-3,7%
Consumer Electronics
-8,7%
Appliances
-12,0%
Entertainment
-3,4%
Services
+10,1%

Balkenlänge = relative CAGR-Intensität (Wachstum oder Rückgang), nicht absolute Umsatzgröße. Computing & Mobile Phones bleibt trotz Rückgangs die größte Kategorie; Services ist die einzige wachsende Kategorie (von 2,19 Mrd. $ auf 3,21 Mrd. $).

Profitabilität — der eigentliche Bruch

Die Bruttomarge ist erstaunlich stabil (~22%) — das Problem liegt nicht im Einkauf oder Pricing, sondern in der Kostenstruktur darunter.

Margin FY22 FY23 FY24 FY25 FY26
Gross Margin 22,5%21,4%22,1%22,6%22,5%
Operating Margin 5,9%3,9%3,6%3,0%3,3%
Net Margin 4,7%3,1%2,9%2,2%2,6%

Operating Income halbierte sich fast: von 3,04 Mrd. $ (FY22) auf 1,39 Mrd. $ (FY26), trotz SG&A-Kürzungen (-3,1% CAGR) — die Fixkostenbasis schrumpft langsamer als der Umsatz, klassischer negativer operativer Leverage.

FY25 ist ein Ausreißerjahr: ein Goodwill-/Intangible-Impairment von -475 Mio. $ drückte das Ergebnis zusätzlich. FY26 zeigt mit -171 Mio. $ einen kleineren, aber weiterhin negativen Effekt.

Net Earnings brachen von 2,45 Mrd. $ auf 1,07 Mrd. $ ein (-18,8% CAGR) — fast eine Halbierung in vier Jahren.

Aktienrückkäufe stützen EPS

Die gewichteten durchschnittlichen Aktien (basic) sanken von 246,8 Mio. auf 211,0 Mio. — ein Rückgang von ca. 15%. Best Buy hat also aggressiv Aktien zurückgekauft, was den EPS-Verfall abfedert. Diluted EPS fiel von 9,84 $ auf 5,04 $ — ohne die Rückkäufe wäre der Rückgang noch deutlicher ausgefallen.

Fazit

Strukturelles Problem

BBY kämpft mit dünnen Margen in einem schrumpfenden Kernmarkt. Stabile Bruttomarge zeigt diszipliniertes Pricing — aber sinkende Skaleneffekte bei rückläufigem Umsatz fressen die operative Marge auf.

Lichtblick: Services

Das margenstarke Services-Segment baut seinen Umsatzanteil kontinuierlich aus und dürfte mittelfristig der wichtigste Hebel zur Stabilisierung der Profitabilität sein.

Mögliche Bodenbildung

FY26 zeigt erstmals wieder leicht positives Umsatzwachstum und eine leichte Erholung der operativen Marge (3,0% → 3,3%) — von einem einzigen Jahr aber noch nicht bestätigt.

Quelle: Bereitgestellte Geschäftszahlen (Segment- & GuV-Daten FY22–FY26) Alle Angaben ohne Gewähr · Keine Anlageberatung

Zum Cash Flow Statement

BBY Cashflow-Analyse FY22–FY26
Cashflow-Analyse

Best Buy FY22 – FY26

Operating · Investing · Financing
Angaben in Mio. $, sofern nicht anders vermerkt
Erstellt: Juni 2026
Operativer CF FY26
1.962
vs. 3.252 in FY22
FCF FY26
1.258
vs. 2.515 in FY22
Div/FCF Payout FY26
64%
Peak FY24: 119%
Cash-Bestand Ende FY26
2.023
vs. 5.625 Start FY22

Operativer Cashflow — solider als das Ergebnis vermuten lässt

Der operative Cashflow lag in FY26 bei 1,96 Mrd. $, deutlich über den Net Earnings von 1,07 Mrd. $. Non-Cash-Posten wie Abschreibungen (831 Mio. $) und das Impairment (171 Mio. $) drücken das bilanzielle Ergebnis, ohne Cash zu kosten.

Der Trend ist uneinheitlich: von 3,25 Mrd. $ (FY22) auf ein Tief von 1,47 Mrd. $ (FY24), dann Erholung auf 2,10 Mrd. $ (FY25) und leichter Rückgang auf 1,96 Mrd. $ (FY26). FY24 war das schwächste Jahr — eine ungünstige Kombination aus sinkenden Net Earnings und negativem Working-Capital-Effekt (Accounts Payable -1.025 Mio. $).

Working Capital als Schwankungstreiber: Merchandise Inventories und Accounts Payable schwanken stark zwischen den Jahren — typisch für einen Einzelhändler, der Lagerbestände an schrumpfende Nachfrage anpasst.

Investitionstätigkeit — diszipliniertes Capex-Management

Capex wurde konsequent zurückgefahren: von 737 Mio. $ (FY22) auf 704 Mio. $ (FY26), mit einem Tief bei 706 Mio. $ in FY25. Das passt zur schrumpfenden Filialbasis und reduziertem Expansionsdruck. Die Akquisition in FY22 (-468 Mio. $) war ein Einmaleffekt, danach keine signifikanten M&A-Aktivitäten mehr.

Finanzierungstätigkeit — Kapitalrückführung übersteigt FCF

In jedem einzelnen Jahr der letzten 5 Jahre hat Best Buy mehr Kapital an Aktionäre zurückgegeben (Rückkäufe + Dividenden), als es per FCF erwirtschaftet hat.

Kennzahl FY22 FY23 FY24 FY25 FY26
FCF 2.5158946751.3921.258
Aktienrückkäufe -3.502-1.014-340-500-273
Dividenden -688-789-801-807-801
Rückkäufe + Div. -4.190-1.803-1.141-1.307-1.074

FY22 ist der Extremfall: 4,19 Mrd. $ Rückführung gegen nur 2,52 Mrd. $ FCF — eine Lücke von 1,68 Mrd. $, finanziert aus der hohen Cash-Position vom Jahresbeginn (5,63 Mrd. $).

Die Dividende ist mittlerweile der dominante Kapitalrückführungskanal: Während Rückkäufe von 3,50 Mrd. $ auf 273 Mio. $ einbrachen (Signal für Kapitaldisziplin), blieb die Dividende mit ~800 Mio. $ p.a. nahezu konstant.

FY22
27%
FY23
88%
FY24
119%
FY25
58%
FY26
64%

Div/FCF Payout Ratio im Zeitverlauf. FY24 (119%) zeigt eine nicht durch FCF gedeckte Dividende — finanziert aus Cash-Reserven. FY25/26 wieder komfortabler, aber die Tendenz zu hohen Payout-Quoten bleibt strukturell.

Liquiditätsentwicklung

Die Cash-Position ist von 5,63 Mrd. $ (Anfang FY22) auf 2,02 Mrd. $ (Ende FY26) geschrumpft — ein Rückgang um fast 64%. FY22 und FY23 waren die größten Cash-Verbraucher (-2,42 Mrd. $ bzw. -952 Mio. $), getrieben durch die aggressiven Rückkäufe. Seit FY25 stabilisiert sich die Cash-Position erstmals wieder leicht (+75 Mio. $ und +155 Mio. $) — ein Signal, dass das Management die Kapitalrückführung an die tatsächliche Cash-Generierung angepasst hat.

Fazit

Cashflow-Qualität

Operativer Cashflow bleibt robuster als das bilanzielle Ergebnis. Capex-Disziplin und sinkende Investitionsausgaben spiegeln das schrumpfende Filialnetz wider.

Kapitalrückführung über FCF

Fünf Jahre in Folge wurde mehr an Aktionäre zurückgegeben als der FCF hergibt — finanziert aus der schrumpfenden Cash-Reserve. FY24 zeigt mit 119% Payout Ratio den Höhepunkt der Überdehnung.

Disziplinierung erkennbar

Seit FY25 deutlicher Kurswechsel: Rückkäufe fast eingestellt zugunsten der Dividendenstabilität. Cash-Position stabilisiert sich erstmals wieder — Fokus auf Bilanzschutz statt Wachstum.

Quelle: Bereitgestelltes Cash-Flow-Statement (FY22–FY26) Alle Angaben ohne Gewähr · Keine Anlageberatung

Zur Bilanzentwicklung

BBY Bilanzanalyse FY22–FY26
Bilanzanalyse

Best Buy FY22 – FY26

Aktiva · Passiva · Eigenkapital
Angaben in Mio. $, sofern nicht anders vermerkt
Erstellt: Juni 2026
Total Assets FY26
14.670
-16% seit FY22
Goodwill FY26
790
-43% seit FY24
LT Debt/Equity FY26
136%
vs. 126% in FY22
Cash/Diluted Share
$8,19
vs. $6,62 in FY24

Bilanzsumme schrumpft im Gleichschritt mit dem Geschäft

Total Assets sind von 17,50 Mrd. $ (FY22) auf 14,67 Mrd. $ (FY26) gefallen — ein Rückgang von 16% über 5 Jahre. Das passt zur bereits beobachteten Umsatzschrumpfung: weniger Filialen, weniger Working Capital, weniger Capex-Bedarf. Die Bilanz "schrumpft mit", was per se kein Alarmsignal ist, solange die Profitabilität pro investiertem Kapitaldollar nicht leidet.

Kennzahl FY22 FY23 FY24 FY25 FY26
Total Assets 17.50415.80314.96714.78214.670
Total Current Assets 10.5398.8027.8978.2248.504
Net Property & Equipment 2.2502.3522.2602.1221.986
Goodwill 1.3841.3831.383908790

Aktivseite — Working Capital diszipliniert, Goodwill deutlich abgebaut

Current Assets sanken von 10,54 Mrd. $ auf 8,50 Mrd. $. Auffällig: Cash fiel am stärksten (-41%, von 2,94 auf 1,74 Mrd. $), während Merchandise Inventories nach einem Tief in FY24 (4,96 Mrd. $) wieder leicht anstiegen (5,23 Mrd. $ in FY26) — trotz sinkendem Umsatz. Das Verhältnis Inventory/Current Assets stieg von 57% auf 62%, das Working Capital wird also relativ inventory-lastiger.

Net Property and Equipment sank kontinuierlich von 2,25 auf 1,99 Mrd. $ — konsistent mit dem rückläufigen Capex aus der Cashflow-Analyse. Die Fixtures-and-Equipment-Position brach besonders stark ein (von 5,42 auf 3,73 Mrd. $ brutto), was auf Filialschließungen oder reduzierte Ladenausstattung hindeutet.

FY22
1.384
FY23
1.383
FY24
1.383
FY25
908
FY26
790

Goodwill-Entwicklung (Mio. $): Von FY22-FY24 stabil bei ~1,38 Mrd. $, dann -43% in zwei Jahren — deckt sich exakt mit den Goodwill-Impairments aus der GuV (-475 Mio. $ FY25, -171 Mio. $ FY26). Goodwill/Bilanzsumme fiel von 8% auf 5%, Goodwill/Equity von 46% auf 27%.

Passivseite — Verschuldung steigt strukturell an

Hier liegt der bemerkenswerteste Befund: Long-term Debt verdoppelte sich von 533 Mio. $ (FY22) auf 1.165 Mio. $ (FY26) — während gleichzeitig Total Assets schrumpften. Das Verhältnis LT Debt/Equity stieg von 126% auf 136%, mit einem Peak bei 144% in FY23.

Gleichzeitig wurden Accounts Payable kontinuierlich abgebaut: von 6,80 Mrd. $ auf 4,75 Mrd. $ (-30%) — das bestätigt den Trend aus dem Cashflow-Statement, wo Accounts Payable in mehreren Jahren Cash gebunden hat. Ein sinkendes AP-Niveau bei gleichzeitig steigenden Inventories ist bemerkenswert: Best Buy bezahlt Lieferanten schneller bzw. hat schwächere Verhandlungsmacht, während es gleichzeitig mehr Lagerware vorhält.

Accounts Payable (Mio. $)
FY226.803
FY235.687
FY244.637
FY254.980
FY264.745
Long-term Debt (Mio. $)
FY22533
FY23705
FY241.152
FY251.144
FY261.165

Eigenkapital — volatil, aber kein freier Fall

Total Equity schwankte zwischen 2,80 und 3,05 Mrd. $ ohne klaren Trend (FY26: 2,96 Mrd. $, nahe dem FY22-Niveau von 3,02 Mrd. $). Das ist bemerkenswert stabil angesichts der kumulierten Verluste durch Impairments und der hohen Aktienrückkäufe — die Retained Earnings federn das über die Jahre ab, schwanken aber selbst deutlich (2,67 → 2,43 → 2,68 → 2,49 → 2,61 Mrd. $), ohne klaren Akkumulationstrend. Das ist konsistent mit der bereits identifizierten Situation: Net Earnings werden weitgehend durch Dividenden und Rückkäufe wieder ausgeschüttet, sodass kein signifikanter Eigenkapitalaufbau stattfindet.

Eigenkapital FY22 FY23 FY24 FY25 FY26
Retained Earnings 2.6682.4302.6832.4862.610
Total Equity 3.0202.7953.0532.8082.964

Bilanzielle Stärke — Cash pro Aktie trotz sinkendem Cash-Bestand gestiegen

Ein positiver Kontrapunkt: Cash per Diluted Share stieg von 6,62 $ (FY24) auf 8,19 $ (FY26), obwohl der absolute Cash-Bestand nur leicht zunahm (1,45 → 1,74 Mrd. $). Das liegt am massiven Rückgang der ausstehenden Aktien durch Rückkäufe (Diluted Shares von 218,5 Mio. auf 212,1 Mio.) — der Aktienrückkauf-Effekt zeigt sich hier konkret in einer verbesserten Cash-Ausstattung pro Aktie, trotz insgesamt schrumpfender Bilanz.

Fazit

Kontrollierte Schrumpfung

Die Bilanz zeichnet das Bild eines Unternehmens im aktiven Konsolidierungsmodus: sinkende Vermögensbasis, abgebauter Goodwill als Eingeständnis vergangener Akquisitionsfehler.

Steigende Verschuldung

Trotz schrumpfender Bilanz steigt LT Debt/Equity auf 136%. Working Capital wird inventory-lastiger bei gleichzeitig abgebauten Lieferantenverbindlichkeiten — ein Muster nachlassender Verhandlungsmacht.

Beobachten lohnt sich

Stabiles, aber nicht wachsendes Eigenkapital bei steigendem Verschuldungsgrad verdient Beobachtung — bei weiter abschwächendem Cashflow wäre die Finanzierungsflexibilität merklich eingeschränkter als vor fünf Jahren.

Quelle: Bereitgestellte Bilanzdaten (FY22–FY26) Alle Angaben ohne Gewähr · Keine Anlageberatung

Zusammenfassung der Zahlenanalyse

BBY Investment Case — Synthese FY22–FY26
Synthese · Investment Case

Best Buy GuV · Cashflow · Bilanz im Zusammenspiel

Konsolidierte Analyse FY22–FY26
Ohne aktuelle Marktbewertung
Erstellt: Juni 2026
Einschätzung
Kein überzeugender Investment Case in dieser Form — die Datenlage zeigt ein klassisches "Value Trap vs. Turnaround"-Dilemma, kein klares Kaufsignal.
Umsatz-CAGR
-5,3%
strukturell, nicht zyklisch
FCF vs. Rückführung
5/5
Jahre mit Überschreitung
LT Debt/Equity FY26
136%
vs. 126% in FY22
Services-CAGR
+10,1%
einziges wachsendes Segment

Das Gesamtbild: ein Unternehmen im kontrollierten Rückbau

Die drei Statements erzählen dieselbe Geschichte aus drei Blickwinkeln, und sie passen frappierend gut zusammen.

GuV
Umsatz -5,3% CAGR, Operating Margin von 5,9% auf 3,3% komprimiert, Net Earnings fast halbiert.
Cashflow
Operativer CF schwankt zwischen 1,47–3,25 Mrd. $, aber in jedem Jahr übersteigt die Kapitalrückführung den FCF.
Bilanz
Bilanzsumme -16%, Goodwill um 43% abgeschrieben, Cash -41%, gleichzeitig Long-term Debt verdoppelt.

Das ergibt zusammen ein sehr konsistentes Bild: Best Buy ist kein wachsendes Unternehmen, das investiert — es ist ein schrumpfendes Unternehmen, das sich selbst liquidiert und an Aktionäre durchreicht, während es gleichzeitig beginnt, diesen Prozess teilweise mit Fremdkapital zu strecken.

Der entscheidende Treiber

Alle drei Statements lassen sich auf eine einzige Ursache zurückführen: strukturell rückläufige Nachfrage nach stationärem Consumer-Electronics-Einzelhandel — kein zyklisches Problem, sondern Substitution durch Online-Handel. Die Segmentdaten bestätigen das: Computing/Mobile (-3,7% CAGR) hält sich noch, aber Consumer Electronics (-8,7%) und Appliances (-12,0%) erodieren strukturell.

Säkularer Nachfrage-
rückgang (Online-Substitution)
Schrumpfender
Umsatz & Marge
FCF reicht nicht für
Kapitalrückführung
Bilanz schrumpft,
Verschuldung steigt

Man kauft hier keine zyklische Erholungsstory, sondern eine Wette gegen einen säkularen Trend — plus eine Wette auf das Services-Segment als Gegengewicht.

Bull Case vs. Bear Case

Was dafür spricht
Services wächst mit +10,1% CAGR und ist margenstärker — verbessert mittelfristig den Margenmix.
FY26 zeigt Stabilisierung: Umsatz +0,4%, Operating Margin 3,0%→3,3%, Cash wächst erstmals wieder.
Disziplinierte Kapitalallokation seit FY25: Rückkäufe fast eingestellt, Fokus auf Bilanzschutz.
Cash/Diluted Share steigt (6,62 $ → 8,19 $) durch den Rückkauf-Effekt für verbleibende Aktionäre.
Bei stark gefallener Marktkapitalisierung könnte die Aktie auf FCF-Basis günstig erscheinen.
Was dagegen spricht
Trend nicht gebrochen, nur verlangsamt — ein Jahr mit +0,4% nach vier Jahren -10% bis -4% belegt keine Trendwende.
Verschuldung steigt bei schrumpfender Bilanz — LT Debt/Equity bei 136% ist ein Warnsignal, kein Komfortsignal.
Dividende nicht robust gedeckt: Payout Ratio von 119% in FY24 zeigt teils bilanzfinanzierte Kontinuität.
Goodwill-Impairments bestätigen gescheiterte vergangene Akquisitionen — kein positives Signal zur Kapitalallokation.
Working Capital verschlechtert sich: mehr Inventory, weniger Accounts Payable — nachlassende Verhandlungsmacht.
Services zu klein, um den Kernrückgang in absehbarer Zeit zu kompensieren.

Was es für einen überzeugten Case bräuchte

Die FY26-Daten sind die einzige echte Hoffnung in der Story, aber ein Jahr reicht nicht, um zwischen "Boden erreicht" und "Verschnaufpause vor weiterer Erosion" zu unterscheiden.

Mindestens 2–3 weitere Quartale mit bestätigtem Umsatzwachstum, nicht nur ein einzelnes positives Jahr.
Eine stabilisierte oder sinkende Verschuldung (LT Debt/Equity rückläufig statt weiter steigend).
Ein klar wachsender Services-Anteil am Gesamtumsatz, der den strukturellen Rückgang der Hardware-Kategorien spürbar kompensiert.
Eine Bewertungsprüfung (KGV, EV/EBITDA, Dividendenrendite zum aktuellen Kurs) — "billig genug" ist der entscheidende fehlende Baustein dieser Analyse.
Quelle: Konsolidierte GuV-, Cashflow- und Bilanzdaten FY22–FY26 Keine Anlageberatung · Eigene Einschätzung ohne Gewähr

Ein Bewertungscheck durch die Claude-KI

BBY Bewertungsprüfung
Bewertungsprüfung

Best Buy Valuation Check

Multiples auf Basis FY26-Fundamentaldaten
Kurs & Marktdaten: Ende Mai 2026
Erstellt: Juni 2026
$77,95 +4,29% (1D)
52-Wochen-Range: $55,10 – $84,99 · Market Cap: 16,42 Mrd. $
Kurssprung nach Q1-FY27-Zahlen (28. Mai 2026): Comp Sales +2%, adj. EPS +11% — Markt preist beginnende Stabilisierung bereits ein.
Einschätzung
Bewertung ist moderat, nicht spektakulär günstig — der Markt hat einen Teil der erhofften Stabilisierung bereits eingepreist. Kein klarer Bewertungsabschlag mehr als alleiniges Kaufargument.

Bewertungskennzahlen im Überblick

P/E (ttm)
15,4×
Forward P/E: 11,6×
EV/EBIT
11,4×
moderat, kein Schnäppchen
EV/Revenue
0,38×
niedrig — typisch für margenschwachen Handel
FCF Yield
7,7%
attraktiv, wenn FCF stabil bleibt
Dividendenrendite
5,14%
Forward: 5,18%
P/B
5,5×
hoch — Folge der Rückkäufe
KennzahlWert
Aktienkurs$77,95
Market Cap16,42 Mrd. $
Net Debt (ex. Leasing)-562 Mio. $ (Netto-Cash)
Enterprise Value~15,86 Mrd. $
AnalystenkonsensHold
Kursziel (Ø 25 Analysten)$77,60 (-0,45%)

Einordnung gegen die fundamentalen Befunde

Was die Bewertung stützt
EV/EBIT von 11,4× und P/E von 15× sind für ein Unternehmen mit -5,3% Umsatz-CAGR nicht "billig im Wert eines toten Geschäfts" — der Markt preist bereits eine gewisse Stabilisierung ein.
Netto-Cash-Position (ohne Leasingverbindlichkeiten): die steigende Verschuldung aus der Bilanzanalyse belastet die Bewertung noch nicht strukturell.
Q1-FY27-Zahlen mit +2% Comp Sales und bestätigter Guidance ($6,30–6,60 EPS) deuten darauf hin, dass die FY26-Stabilisierung kein Einmaleffekt war.
Was weiterhin zur Vorsicht mahnt
Hoher P/B von 5,5× ist kein Stärke-, sondern ein Schwächesignal — durch Rückkäufe ausgedünntes Eigenkapital bedeutet dünnen Bilanzpuffer im Stressfall.
Analystenkonsens bleibt trotz starker Q1-Zahlen bei "Hold", Kursziel nahe am aktuellen Kurs — kein klarer Spielraum nach oben aus Analystensicht.
Hohe Dividendenrendite (>5%) korrespondiert mit der historisch volatilen Payout Ratio (27%–119%) aus der Cashflow-Analyse — der Markt preist ein gewisses Nachhaltigkeitsrisiko ein.

Fazit der Bewertungsprüfung

Die Bewertung ist nicht mehr eindeutig "billig genug, um den strukturellen Abschwung zu ignorieren" — sie hat sich nach den starken Q1-Zahlen bereits an eine Teilerholung angepasst. Mit den ursprünglichen FY26-Daten allein wäre BBY ein klassischer "warte auf mehr Bestätigung"-Fall gewesen. Mit den jetzt vorliegenden Q1-FY27-Daten hat sich ein Teil dieser Bestätigung bereits eingestellt — und der Markt hat das größtenteils schon im Kurs verarbeitet (Hold-Konsens, Kursziel nahe am aktuellen Niveau).

Ein Investment Case müsste sich nun stärker auf die Nachhaltigkeit des Q1-Trends über mehrere weitere Quartale stützen als auf einen reinen Bewertungsabschlag.

Quelle: StockAnalysis.com, TipRanks (Stand: Ende Mai 2026) · Eigene Berechnung von EV & Multiples Keine Anlageberatung · Alle Angaben ohne Gewähr

Bewertung mit Fastgraphs | Seeking Alpha

Mit einem KGV von aktuell 11,55x ist BBY im historieschen Vergleich eher günstig. Auch die Dividende von 5,14% ist nicht von schlechten Eltern. Wie schon die KI Analyse gezeigt hat, kann auch Mr Market gute Quartalszahlen sehr schnell in Kursanstiege ummünzen. Die Dividenden steigen, aber steigen sie auch in Zukunft? Der FCF lässt jedenfalls aktuell noch gut Dividendezahlungen zu. Zur Not könnte man ja auch die Aktienrückkäufe zurückfahren.

Der Fastgraphs score kehrt mit 52 Punkten auch deutlich die Stärken und Schwächen heraus. Gut bei CF und Financial Strength, schlecht bei Wachstum und Profitablität. Dies entspricht ja der bisherigen Analyse.

Auch hier das gleiche Bild – kein überzeugender Verkauf oder überzeugender Kauf angesagt. Man bleibt wohl bei einer Hold-Bewertung

Mein Investmentcase

In der qualitativen Analyse wurde BBY als recht günstig bewertet. In der Quantitativen Analyse ist man eher vorsichtig in der Bewertung. Ich habe daher Claude angetragen, beide Aussagen gegenüberzustellen

BBY — Investment Case im Zeitvergleich
Vergleich zweier Sitzungen

Best Buy Investment Case — alt vs. heute

Alter Case: frühere Sitzung (bullisch)
Neuer Case: aktuelle Synthese (vorsichtig)
Erstellt: Juni 2026
Hinweis zur Herkunft: Der "alte" Case stammt aus der qualitativen Analyse. Der "neue" Case basiert auf den in dieser Sitzung gemeinsam analysierten GuV-, Cashflow- und Bilanzdaten FY22–FY26 sowie aktuell recherchierten Marktdaten.
Alter Case
Frühere Sitzung
"Best Buy ist günstiger bewertet als seine Qualität rechtfertigt." Klare Kaufthese für geduldige Einkommensinvestoren, gewichtetes Kursziel $88–92 (+13–18%), gestützt auf unbepreiste Plattformoptionen (Ads, Marketplace, Health) und KI-PC-Zyklus.
Heutiger Case
Diese Sitzung
"Kein überzeugender Investment Case in dieser Form." Value-Trap-vs-Turnaround-Dilemma, Bewertung moderat aber nicht günstig genug, um den strukturellen Trend zu kompensieren — mehr Bestätigung über mehrere Quartale nötig.

Kennzahlen im direkten Vergleich

KennzahlAlter CaseHeutiger Case (verifiziert)
Forward P/E ~12× 11,6×
Dividendenrendite 4,85% 5,14% (Forward 5,18%)
FCF p.a. $1,5 Mrd. $1,26 Mrd. (FY26)
P/FCF ~10× ~13,1×
Analystenkonsens implizit bullisch Hold (Ø 25 Analysten)
Konsens-Kursziel $88–92 (eigene Schätzung) $77,60 (Markt-Konsens, ~Kurspreis)

Die Multiples liegen nah beieinander — die entscheidende Differenz liegt nicht in den Zahlen, sondern in der Interpretation: Der alte Case wertet die ähnliche Bewertung als "günstig", der heutige als "fair, nicht günstig genug".

Die Szenarien aus dem alten Case

Zur Einordnung: dies war die Risiko/Chance-Struktur der früheren, bullischen Analyse.

Bear (20%)
$55–62
−21% bis −30%
Base (50%)
$88–96
+12% bis +22%
Bull (30%)
$100–110
+27% bis +40%

Bemerkenswert: Der heutige tatsächliche Kurs ($77,95) liegt unterhalb des damaligen Bear-Case-Bandes von $55–62 nicht erreicht, aber auch deutlich unter dem Base Case — die Aktie bewegt sich näher an der ursprünglichen Ausgangsbasis als an einem der drei prognostizierten Zielkorridore.

Worin sich die beiden Sichtweisen unterscheiden

1
Gewichtung der Plattformoptionen: Der alte Case rechnet Ads, Marketplace und Health bereits als signifikanten, "fast umsonst" mitgekauften Werttreiber ein. Der heutige Case erwähnt das Services-Segment nur als "Lichtblick", aber noch zu klein, um den strukturellen Rückgang zu kompensieren.
2
Bewertung der Verschuldung: Der heutige Case (gestützt auf die gemeinsam analysierte Bilanz) hebt explizit hervor, dass LT Debt/Equity von 126% auf 136% gestiegen ist — ein Punkt, der im alten Case nicht im Fokus stand.
3
Interpretation der Kapitalrückführung: Der alte Case betont die Dividendenkontinuität als Stärke. Der heutige Case verweist auf die historisch volatile Payout Ratio (27–119%) als Nachhaltigkeitsrisiko — dieselbe Tatsache, gegensätzlich gewichtet.
4
Trendinterpretation: Der alte Case sieht im Q1-FY27-Beat (Comp Sales +2%, EPS +11%) einen bestätigenden Katalysator für die Bull-These. Der heutige Case mahnt, dass ein einzelnes starkes Quartal nach Jahren des Rückgangs noch keine Trendwende belegt.

Einordnung

Keine Zahlen-Diskrepanz

Die fundamentalen Kennzahlen beider Sitzungen liegen nah beieinander. Es handelt sich nicht um widersprüchliche Fakten, sondern um unterschiedliche Risikoeinschätzungen derselben Datenlage.

Markt bestätigt bislang keine Seite eindeutig

Der aktuelle Kurs liegt zwischen dem alten Bear- und Base-Case-Band — weder die optimistische noch eine stark pessimistische Sicht wurde bislang klar vom Markt bestätigt.

Beide Cases teilen die Trigger-Logik

Beide Analysen kommen unabhängig zum selben Schluss: Die nächsten 2–3 Quartale (Umsatztrend, Verschuldung, Services-Wachstum) entscheiden, welche Sichtweise sich bestätigt.

Halten | Kaufen | Verkaufen

Ich habe bereits im März 2026 in Summe 55 Aktien zu einem øKurs von $63,05 gekauft. Wieder mal eher auf Basis eines Bauchgefühls als auf Basis einer sauberen Recherche. Asche auf mein Haupt…Allerdings aus heutiger Sicht war zumindest der Kaufzeitpunkt gut gewählt, da ich jetzt mit rund 18% im Plus bin. Zudem liegt meine persönliche DivRendite damit bei rund 6%.
Ein weiterer Kauf zum jetzigen Kurs ist mir noch etwas verfrüht. Ich glaube auch, dass die neuen Earnings gute Zahlen liefertn sollten. Bei einem extern verursachten Dip könnte ich mir aber einen kleinen Nachkauf vorstellen.

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